§1 Präambel

§1.1 Geist des Reglements
Oberste Prämisse für alle beteiligten Parteien, in erster Linie Administratoren, Rennkommission (REKO) und Fahrer, soll der Gedanke der sportlichen Fairness sein. Das folgende allgemeine Reglement, sowie die daran anknüpfenden serienspezifischen Reglements sind sowohl für die Organisation, wie für die Fahrer bindend und verfolgen das Ziel, einen angemessenen und transparenten Rahmen für einen sportlich fairen Wettkampf auf der Rennstrecke zu bilden.

§1.2 Salvatorische Klausel
Basis für die komplette Durchführung der Rennserien, sowie alle Entscheidungen im Rahmen dieser Serien, sind ausschließlich das allgemeine und das serienspezifische Reglement in der zum Zeitpunkt der Veranstaltung gültigen Fassung. Sollte deren Wortlaut im Einzelfall nicht geeignet sein, eine Situation oder Entscheidung herbeizuführen, die dem Grundgedanken der sportlichen Fairness entspricht, so kann in diesem Falle mit hinreichender Begründung eine vom Reglementswortlaut abweichende Entscheidung getroffen werden. Tritt dieser Fall ein, so sollen die Bereichsleiter den Reglementswortlaut anschließend so präzisieren, ändern oder ergänzen, dass er für alle folgenden Veranstaltungen allgemeine Gültigkeit erlangt.

§1.3 Autorität der Rennleitung
Erweist es sich im Einzelfall als notwendig, so kann die Rennleitung während des laufenden Rennevents vom Reglement abweichende Entscheidungen zu Gunsten und zu Lasten der Teilnehmer treffen, sofern sichergestellt ist, dass alle adressierten Teilnehmer die entsprechende Information erhalten. Diese Entscheidungen der Rennleitung sind für alle Teilnehmer bindend.

§2 Teilnahmevoraussetzungen

§2.1 Teilnehmer
Jeder Fahrer muss mindestens den Unkostenbeitrag pro Kalenderhalbjahr für die jeweilige Sim entrichtet haben und sich mit seinem realen Namen in die Serie einschreiben. Mit der Anmeldung erklärt jeder Fahrer, dieses allgemeine Reglement und die entsprechenden serienspezifischen Regelungen vollständig gelesen und akzeptiert zu haben.

§2.2 Technische Voraussetzungen
§2.2.1 Hardware
Jeder Teilnehmer muss über adäquate Hardware verfügen, die geeignet ist, im Zusammenspiel mit entsprechenden Einstellungen der Simulation auch bei vollem Starterfeld eine flüssige Bilddarstellung zu gewährleisten. Die Benutzung eines Headsets oder Mikrofons wird nicht vorgeschrieben, wird aber zum Zwecke der Kommunikation per Voicechat empfohlen.

§2.2.2 Software und Einstellungen
Sofern vorhanden muss der Fahrer den simulationseigenen Text- und Voicechat aktiviert haben. Dieser ist während der gesamten Veranstaltung aktiviert zu halten, um eventuelle Anweisungen der Rennleitung erhalten zu können. Es ist ausreichend, eine funktionierende Soundwiedergabe sicherzustellen. Die aktive Teilnahme via Mikrofon ist nicht zwingend vorgeschrieben. Verpasst ein Fahrer für ihn wichtige Informationen aufgrund eines nicht aktivierten Text- und Voicechats, sind Sanktionen möglich. Es können im Nachhinein auch keine Ansprüche mehr geltend gemacht werden, aufgrund von verpassten wichtigen Informationen. Außerdem wird empfohlen für Serien mit Livestream einen aktuellen Teamspeak-Client installiert und zur Benutzung eingerichtet zu haben, um eventuelle Siegerinterviews geben zu können.

§2.2.3 Verbindung zum Server
Der Fahrer muss über eine Internetanbindung mit mindestens 1 Mbit Up- und Download verfügen. Von der Nutzung von kabellosen Internetzugängen, z.B. dem lokalen Einsatz von WLAN oder mobilen Netzwerken wie UMTS, wird aufgrund in der Regel stark schwankender Verbindungsqualität dringend abgeraten. Jeder Fahrer hat dafür Sorge zu tragen, dass seine Verbindung zum Server keine hohen Latenzen oder Latenzschwankungen aufweist und er die anderen Fahrer nicht durch Verbindungsprobleme wie z.B. "Warpen" gefährdet oder behindert. Erweist sich die Verbindung eines Teilnehmers zum Server während einer laufenden VR-Veranstaltung als nicht ausreichend stabil, so kann der Teilnehmer zum Verlassen des Servers aufgefordert werden. Kommt der Teilnehmer der Aufforderung nicht nach, wird er aktiv vom Server entfernt; in diesem Fall sind weitere Sanktionen möglich. Stellt ein Fahrer während des Fahrens selbst fest, dass er Verbindungsprobleme hat, hat er die Ideallinie sofort zu verlassen, bis die Verbindung wieder in Ordnung ist. Setzt ein Fahrer trotz wissentlicher Verbindungsprobleme und daraus folgender Behinderung seiner Gegner das Rennen fort, so kann eine nachträgliche Strafe bis hin zur Disqualifikation ausgesprochen werden.

§3 Verhalten

§3.1 Allgemeines Verhalten
Eine freundliche, zuvorkommende und höfliche Umgangsform wird jederzeit vorausgesetzt. Dies schließt neben den Fahrern auch Freiwillige und Offizielle und neben der Kommunikation auch das Verhalten auf und neben der Strecke ein. Obszöne verbale Ausdrücke jedweder Form und Güte werden nicht toleriert und haben den sofortigen Ausschluss aus dem Event zur Folge. Fahrerische Aktionen, deren erkennbares Ziel es ist, einem Mitstreiter bewusst Schaden zuzufügen, werden zu keiner Zeit toleriert. Diese Regelung betrifft den Fahrbetrieb im Rahmen aller VR-Angebote (auch Trainingsangebote!) zu jeder Zeit, Chat oder Voicechat (Teamspeak), sowie die Renn-Nachbesprechung im Forum und jegliche weitere externe Kommunikation der Fahrer, sofern die VR davon Kenntnis erlangt. In schweren Fällen kann der Ausschluss aus der Liga die Folge sein.

§3.2 Verhalten auf dem Server
§3.2.1 Beitritt zum Rennen
Teilnehmer können während der gesamten Dauer der Trainingssession einer Veranstaltung den Server betreten oder verlassen. Die Fahrer tragen Sorge, das richtige Fahrzeug auszuwählen. Die Fahrer betreten den Server mit einem Fahrerprofil, das dem Realnamen entspricht (Vorname Nachname). Ist der Name nicht korrekt, wird der Fahrer darauf hingewiesen und er kann nach Korrektur erneut den Server betreten. Im Fahrerprofil im VR-Portal müssen die jeweiligen Sim-Daten (Name, ID etc.) hinterlegt sein. Ein Neustart des Servers wegen fehlender Fahrer oder das Warten auf Fahrer ist ausgeschlossen. Fahrer, die zu spät kommen verlieren ihre Startberechtigung für das jeweilige Rennen. Der genaue Zeitplan einer Veranstaltung wird im serienspezifischen Reglement festgelegt.

§3.2.2 Kommunikation
Das Chatten, sowohl mit dem Voice-, wie auch mit Textchat, ist Fahrern nur während der Trainingssession und dort nur in notwendigen Fällen, sowie im Rahmen der Fahrerbesprechung erlaubt. Darüber hinaus ist Chatten während laufender Sessions grundsätzlich vollkommen untersagt, es sei denn, die Rennleitung gibt eine ausdrückliche Chatfreigabe, z.B. am Sessionende. Ebenfalls ist ab dem Qualifying das Wechseln in einen fremden Team-TS-Channel ohne Zustimmung verboten. Im allgemeinen TS Channel ist das Sprechen während der genannten Phase erlaubt. Die Voice- und Textchatfunktion ist generell, also auch im Cockpit, zu aktivieren, da beide auch als Kommunikationskanal der Rennleitung genutzt werden (§2.2.2).

§3.2.3 Verhalten gegenüber Ligaoffiziellen
Direkten Anweisungen durch die Rennleitung während einer Veranstaltung ist unmittelbar Folge zu leisten, auch wenn Einwände bestehen. Es besteht erst nach Ende der Veranstaltung die Möglichkeit, gegen diese Anweisungen Protest einzulegen. Bewusste Zuwiderhandlung gegen die Anweisung Offizieller führt zum sofortigen Ausschluss aus der Liga.

§3.3 Verhalten auf der Strecke
§3.3.1 Rennvorbereitung und Streckenkenntnis
Ein Fahrer darf nur am Rennen teilnehmen, wenn er im Umgang mit Fahrzeug und Strecke eine ausreichende Sicherheit hat. Dies beinhaltet in besonderem Maße die Fahrzeugkontrolle im Verkehr und abseits der Ideallinie. Jeder Teilnehmer muss in der Lage sein, den rückwärtigen Verkehr im Spiegel im Blick zu haben. Fahrer, die in den Trainingssessions aufgrund unzureichender Rennvorbereitung, durch mangelnde Fahrzeugkontrolle oder Streckenkenntnis auffallen und dadurch den Rennverlauf negativ beeinflussen könnten, können vom zuständigen Gridadmin zum Verlassen des Servers aufgefordert oder bei Nichtbeachten nach vorherigem Hinweis vom Server entfernt werden.

§3.3.2 Streckenbegrenzung
Jeder Fahrer hat sich an die Streckenbegrenzung zu halten. Es müssen sich zu jeder Zeit mindestens zwei Reifen innerhalb bzw. auf der Strecke befinden! Ein Reifen befindet sich auf der Strecke, solange noch ein Teil des Reifens mit der Strecke in Kontakt ist. Die Strecke wird grundsätzlich durch die weißen Streckenbegrenzungslinien definiert. Curbs sowie die Streckenmarkierungen gelten als Bestandteil der Strecke. Astroturf, Rasengittersteine, Speed-Bumps und erhöhte Curbs, welche meist in zweiter Reihe gesetzt sind sowie sonstige, am normalen Curb angebaute Einrichtungen, gelten jedoch NICHT als Strecke! Die Streckenbegrenzung darf nur verlassen werden um einen Unfall zu vermeiden. Es darf sich kein Vorteil durch Abkürzen (Cutten) verschafft werden. Straffreiheit tritt dann ein, wenn der erlangte Vorteil (z.B. Zeitgewinn oder überholte Fahrer) unmittelbar rückgängig gemacht wird. Bei einem Unfall wird das Verlassen der Strecken nicht geahndet. In Ergänzung zu dieser Regelung kann es pro Strecke spezielle Festlegungen geben, die jeweils in der Gridmail und/oder im Fahrerbriefing bekannt gegeben werden.

§3.3.3 Verhalten beim Überrunden
Steht eine Überrundung an, so trägt grundsätzlich der überrundende Fahrer Sorge für ein sauberes Überholmanöver. Im Zweifel ist die Überrundung abzubrechen. Der überrundete Fahrer hat seinerseits jedoch den Führenden ungehindert passieren zu lassen. Hierbei ist die Renngeschwindigkeit möglichst beizubehalten. Insbesondere plötzliches Verzögern außerhalb der üblichen Bremszonen oder Nichtbeschleunigen aus Kurven heraus ist zu unterlassen, da dieses Verhalten vom Hintermann schlecht antizipiert werden kann. Ein Verlassen der Ideallinie ist nur gestattet, sofern dies frühzeitig und für den Überrundenden klar erkennbar geschieht.

§3.3.4 Verhalten im direkten Zweikampf
§3.3.4.1 Überholen
Das Behindern anderer Fahrzeuge bei Überholmanövern ist verboten. Sobald eine Überlappung zwischen zwei Fahrzeugen gegeben ist, ist die eigene Linie zu halten. Beim Versuch einen Fahrer auszubremsen, ist der Vorgang abzubrechen und die Ideallinie freizugeben, wenn vor dem Einlenkpunkt das kurveninnere Fahrzeug keine zumindest halbe Fahrzeuglänge Überlappung erreicht. Des Weiteren darf die Einfahrt in die Kurve nur in passendem Tempo erfolgen. Es muss die eigene Linie gehalten werden können. In einem direkten Zweikampf ist es einmal erlaubt die Spur zu wechseln, allerdings nie als direkte Reaktion auf ein Ausscheren des Hintermanns (blocken). Ein anschließender Wechsel in der Bremszone zurück auf die Ideallinie ist verboten. Ist der Abstand noch so groß, dass eine Gefährdung des Verfolgers ausgeschlossen ist, kann auf Geraden vor der eigentlichen Bremszone auch mehrfach gewechselt werden, um etwa Windschatten zu mindern oder die Reifen bei abtrocknender Strecke auf der nassen Seite zu kühlen.

§3.3.4.2 Bremspunkte
Jeder Fahrer hat die Bremspunkte und das Tempo so zu wählen, dass er das Auffahren auf den Vordermann zu jederzeit verhindern kann. Gerade in der Startphase ist besondere Vorsicht geboten, da sich hier überraschende Bremspunkte ergeben können. Außergewöhnliche Bremspunkte ohne Notwendigkeit sind strikt zu unterlassen. Ein bewußtes auflaufen lassen des Hintermanns führt zur Schuldumkehr.

§3.3.5 Verlassen der Fahrbahn
Wer von der Strecke abkommt, muss beim Wiederauffahren sicherstellen, dass niemand behindert wird. Das Auffahren sollte in einer möglichst parallelen Fahrlinie geschehen, um die rückwärtige Strecke im Spiegel einsehen zu können. Führt der Verlauf der Ideallinie an der Fahrbahnseite entlang, auf der man wieder auffahren möchte, ist besondere Sorgfalt geboten. Rücksichtsloses Auffahren auf die Strecke wird besonders streng bestraft.

§3.3.6 Anhalten auf der Fahrbahn
Ein Anhalten auf der Fahrbahn ist grundsätzlich untersagt. Ausnahme bilden hier lediglich Startversuche während des Trainings oder des Warm-Ups, die allerdings nur an ungefährlichen Stellen der Strecke geübt werden dürfen, wo sie andere Fahrer nicht behindern.

§3.3.7 Verlassen des Fahrzeugs
Ein Fahrer darf sein Fahrzeug grundsätzlich nicht auf der Fahrbahn verlassen. Es ist ihm jedoch erlaubt, dieses von der Fahrbahn hinunter in die Boxengasse, alternative Streckenanbindungen oder Versorgungsstraßen zu lenken und dort zu verlassen. Auch sonstige befestigte Stellen abseits der Rennstrecke sind zulässig. Ausnahme bildet ausschließlich ein durch Unfall fahruntüchtiges Fahrzeug, welches sofort verlassen werden darf.

§3.3.8 Boxenein- und Ausfahrt
Um das Einfädeln in den fließenden Verkehr zu reglementieren, sind auf den meisten Rennstrecken Boxenbegrenzungslinien installiert. Bei der Boxenausfahrt ist ein Be- oder gar Überfahren dieser Boxenbegrenzungslinien gänzlich untersagt. Beim Einfahren in die Box ist auf den nachkommenden Verkehr Rücksicht zu nehmen.

§3.3.9 Qualifikation
Jeder Fahrer hat ausreichend Rücksicht auf die anderen Fahrer zu nehmen. In der Einführungsrunde (Outlap) muss Fahrern auf einer schnellen Runde so Platz gelassen werden, dass diese nach Möglichkeit keine Zeit verlieren. Gleiches gilt für die Auslaufrunde (Inlap). Andernfalls muss der schnellere Fahrer so überholen, dass für beide Fahrer möglichst wenig Zeitverlust entsteht. Die Boxengasse muss so verlassen werden, dass keine Fahrer auf einer schnellen Runde am Ausgang behindert werden.
§3.3.9.1 ESC-Verbot und Gebot
Während der Qualifikation darf nur innerhalb der eigenen Box das Fahrzeug verlassen oder resettet werden (durch ESC-Taste oder alternative Befehlsbelegung). Eine Wiederaufnahme der Qualifikation ist nach Verlassen oder Resetten des Fahrzeugs außerhalb der eigenen Box in jedem Fall ausgeschlossen. Sollte man in der Quali auf der Strecke so zum stehen kommen, dass ein rasches Platz machen nicht mehr möglich ist und dadurch eine Behinderung des nachfolgenden Verkehrs eintritt, so ist die ESC-Taste zwingend zu benutzen. (z.B. Macau)

§3.3.10 Verhalten unter Gelb
Nähert der Fahrer sich einer Unfallstelle oder einem gelbbeschränkten Bereich ist die Geschwindigkeit der Situation anzupassen. Überholvorgänge sind nicht zulässig. Hier gilt erhöhte Vorsicht. Kommt es zu einem Platzgewinn ist dieser wieder abzugeben. Ausgeschlossen sind hier Situationen die bedingt durch unterschiedliche Linienwahl an der Unfallstelle vorbei führen insbesondere in Spitzkehren wo eventuell innen und außen an der Unfallstelle vorbeigefahren werden kann. Nach der Unfallstelle wird das dortige Renntempo wieder eingenommen.

§3.3.11 Richtlinien für die Fahrzeugbeleuchtung
Diese Richtlinien sollen zum besseren Verständnis / Einschätzung der Rennsituationen innerhalb eines Rennens dienen, um vor allem etwaige Missverständnisse während des Rennevents schon im Vorfeld zu vermeiden. Die Beleuchtung hat generell ausgeschaltet zu bleiben. Die Beleuchtung darf eingeschaltet werden:
a. In der Qualifikation, während einer schnellen Runde.
b. Im Rennen, ausschließlich als Führender!
c. Bei einem Überrundungsmanöver, um zu signalisieren, dass man überholen will. Kommt es wiederholt innerhalb einer Runde zu Überrundungen darf das Licht angelassen werden.
d. Wenn es die Sichtverhältnisse erforderlich machen. Die Beleuchtung muss bei Regen und Nachtrennen generell eingeschaltet werden.

§3.4 Sanktionen bei Fehlverhalten
Fällt ein Fahrer durch sein Verhalten auf oder neben der Strecke in der Weise negativ auf, dass er die Veranstaltung gefährdet, so wird er durch die Rennleitung verwarnt, bei Fortsetzung oder Wiederholung zum Verlassen des Rennservers aufgefordert und bei Nichtbefolgen vom Server entfernt. Eine nachweislich vorsätzliche Zuwiderhandlung gegen diese Aufforderung hat den sofortigen Ligaausschluss zur Folge.

§4 Proteste

§4.1 Protest gegen Mitstreiter
Kommt es während der Veranstaltungen zu Situationen, die ein Fahrer als protestwürdig ansieht, so kann er Protest einreichen. Hierzu wird auf dem Portal ein Protestformular vorgehalten.

§4.1.1 Protestwürdige und nicht protestwürdige Situationen
Als protestwürdige Situationen werden im Wesentlichen solche definiert, in denen der Protestgegner die strittige Situation durch sein Handeln entweder vorsätzlich zum Zwecke des eigenen Vorteils herbeiführt, oder die für ihn absehbaren Folgen seines Handelns zumindest billigend in Kauf nimmt. Ebenfalls als protestwürdig werden Situationen eingestuft, die durch offensichtlich mangelnde Übersicht über das umliegende Renngeschehen hervorgerufen werden. Als ausdrücklich nicht protestwürdig werden einfache Fahrfehler angesehen, deren Folgen durch den Fahrer erkennbar nicht vorsätzlich oder billigend in Kauf nehmend verursacht werden.

§4.2 Protest gegen Liga-Entscheidungen
Entscheidungen der offiziellen Organe, also der Administratoren oder der Rennkommission, sind endgültig und nicht anfechtbar. Eine Ausnahme bilden vom Reglement abweichende Entscheidungen der Rennleitung (siehe §1.3). Diese sind nach der Veranstaltung per Protest anfechtbar.

§4.3 Gültigkeit eines Protestes
§4.3.1 Form
Ein Protest ist über das offizielle Protestformular der jeweiligen Rennserie im Portal einzureichen. Die geforderten Angaben sind vollständig zu tätigen. incl. einer ausreichenden Schilderung des Sachverhalts aus der Sicht des Proteststellers. Fehlerhafte oder fehlende Angaben z.B. falsche Runde, falsches Rennen lassen den Protest ungültig werden.

§4.3.2 Frist
Die Protestfrist startet am Tag nach dem Rennen ab 08:00 Uhr und endet nach 40 Stunden. Protestentscheidungen durch die Administratoren oder die Rennkommission sind, sofern nicht anders angegeben, unmittelbar nach Bekanntgabe gültig.

§5 Strafen

§5.1 Aussprache von Strafen
Grundsätzlich erfolgt eine Bewertung von Zwischenfällen durch eine Rennkommission und infolgedessen die Aussprache eventueller Strafen ausschließlich auf Grundlage von dem unter §6.4 festgelegten Sichtungsbereichen.

§5.2 Veröffentlichung von Strafen
Strafen werden grundsätzlich im Forum bekannt gegeben. Die Bekanntgabe soll in der Regel bis eine Woche nach Veranstaltungsende, in Ausnahmen jedoch 24 Stunden vor der nachfolgenden Veranstaltung erfolgen.

§5.3 Strafenkatalog
Das absichtliche Ausnutzen von fehlerhaften Mechaniken in der Simulation um sich selbst einen unfairen Vorteil zu verschaffen oder anderen Fahrern Schaden zuzufügen, ist ein schweres Vergehen. Wiederholung führt zur Disqualifikation vom Rennen bzw. in besonders schweren Fällen zum Ligaausschluss.
Das Nutzen von Drittsoftware, die grundlegende Spielmechaniken beeinflusst oder verändert (Cheaten) führt zum sofortigen Ausschluss aus allen Ligen des Virtual Racing e.V.

Die Höhe der Strafpunkte je Typ wird im serienspezifischen Reglement festgelegt.

Umgang, Beschimpfungen (§5.3.1)
- während des Rennens: schweres Vergehen
- außerhalb des Rennens z.B. im TS, Chat oder Forum: Entscheidung der Rennleitung

Verstoß gegen das Chatverbot (§5.3.2)
- leichtes Vergehen bei einmaligen Verstoß
- mittleres Vergehen bei mehrmaligem Verstoß

Cutting (§5.3.3)
- Straffreiheit wenn man auf Grund eines Fahrfehlers die Strecke verlässt/verlassen muss und keinen Vorteil daraus zieht, oder dieser Vorteil (Zeit- oder Platzgewinn) unmittelbar rückgängig gemacht wird
- Leichtes Vergehen bei mehrmaligem Überschreiten (4 mal an derselben Stelle) der Streckenbegrenzung ohne Vorteil (z.B. durch Fahrfehler)
- Mittleres bis Schweres Vergehen, wenn durch abkürzen bzw. Verlassen der Strecke mehrfach (2 mal) ein Vorteil erlangt wird
- Schweres Vergehen wenn man dadurch einen Fahrer überholt
- Schweres Vergehen, wenn durch das Verlassen der Strecke (ohne Fahrfehler) ein Unfall verursacht wird
- Schweres Vergehen bei unrealistischer Ausnutzung der Streckenbegrenzungen um sich einen Vorteil zu verschaffen (z.B. Wallriding)
- Disqualifikation beim Auslassen ganzer Passagen mit Zeitgewinn

Überrundungen (§5.3.4)
- Vergehen für Fahrer der Überrundet analog Punkt 1. Überholen
- mittleres Vergehen wenn der überrundete Fahrer die Ideallinie verlässt und es dadurch zu Missverständlichkeiten /einem Unfall kommt
- mittleres Vergehen wenn der zu überrundete den Hintermann bewusst blockiert
- schweres Vergehen wenn es durch das Blockieren zu einem Unfall kommt

Überholen (§5.3.5)
- leichtes Vergehen wenn man kurz vor und in der Anbremszone in die Idealspur wechselt und es ohne Konsequenzen bleibt
- mittleres Vergehen wenn man kurz vor und in der Anbremszone in die Idealspur wechselt und der Hintermann ausweichen muss
- mittleres Vergehen wenn man nicht ausreichend Platz lässt und es zu einem Kontakt kommt
- mittleres Vergehen wenn man seine Spur auf der Innenbahn durch zu hohes Tempo nicht halten kann und es zu einem Kontakt kommt
- mittleres Vergehen wenn man mehrmals die Spur wechselt ohne Kontakt
- schweres Vergehen wenn man kurz vor und in der Anbremszone in die Idealspur wechselt und es zu einem Unfall kommt
- schweres Vergehen wenn es durch ein Fehlverhalten zu einem Unfall mit mehreren Fahrzeugen kommt

Auffahrunfälle (§5.3.6)
- grundsätzlich mittleres Vergehen
- leichtes Vergehen wenn die Berührung ohne Konsequenzen bleibt
- leichtes Vergehen bei überraschend frühen Bremspunkt
- schweres Vergehen wenn der Unfallgegner mehrere Plätze verliert
- schweres Vergehen wenn mehrere Fahrer in den Unfall verwickelt werden
- schweres Vergehen in der Startphase, ausgenommen sind Berührungen ohne Konsequenzen
- Höchststrafe bei erkennbarem Vorsatz

Bewusstes auflaufen lassen des Hintermanns (§5.3.7)
- grundsätzlich mittleres Vergehen
- schweres Vergehen wenn der Unfallgegner mehrere Plätze verliert

Auffahren auf Strecke nach Unfall (§5.3.8)
- Grundsätzlich mittleres bis schweres Vergehen sobald ein Fahrer durch das Auffahren ernsthaft beeinträchtigt wird
- Höchststrafe sobald ein Fahrzeug durch das Auffahren in einen Unfall verwickelt wird
- Bei Strecken ohne Auslaufzone ist bei einem Unfall alles zu unternehmen um auf einer Seite der Strecke zu bleiben. Bei Verstöße dagegen, je nach Schwere der Schuld: mittleres bis schweres Vergehen

Boxen Ein- und Ausfahrt (§5.3.9)
- leichtes Vergehen beim Überqueren (mit mindestens einem ganzen Rad) der Boxenlinie ohne Unfall
- mittleres Vergehen beim Überqueren der Boxenlinie bei massiver Behinderung eines anderen Fahrers aber ohne Unfall
- schweres Vergehen beim Überqueren der Boxenlinie inkl. Verursachung eines Unfalls

Behindern anderer Fahrer während der Qualifikation (§5.3.10)
- leichtes Vergehen beim Aufhalten von Fahrern in der Quali bei geringem Verschulden
- schweres Vergehen beim Aufhalten von Fahrern in der Quali bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz

ESC-Verbot (§5.3.11)
- mittleres Vergehen und Quali Verbot für das kommende Rennen bei Verstoß gegen ESC Verbot
- schweres Vergehen und Quali Verbot bei wiederholtem Vergehen
- Höchststrafe im letzten Rennen bei Verstoß gegen das ESC Verbot

Verstoß gegen das ESC-Gebot (§5.3.12)
- schweres Vergehen, wenn ein Fahrer durch das zu lange Verbleiben auf der Strecke behindert wird.

5.4 Bewertungsmaßstab
Schwere des Verschuldens
Je weiter der Fahrer das Verhalten vom Verhaltenskodex abweicht, desto schwerer ist das Verschulden und desto höher ist die Strafpunkteanzahl innerhalb eines Vergehens anzusetzen. Umgekehrt verhält es sich genauso!

Strafminderungsgründe
Diese können hier nicht abschließend aufgezählt werden und liegen im Ermessen der REKO. Z.B. sind Überraschungsmomente, undurchsichtige Rennsituationen etc. strafmindernd zu berücksichtigen. Das Warten auf den Unfallgegner kann nur dann strafmindernd berücksichtigt werden, wenn das Vergehen nur einen direkten Platztausch verursacht hat. Ebenfalls strafmindernd können ungewöhnliche Folgen durch fehlerhafte Physikberechnungen beurteilt werden.

Straffreiheit
Gilt bei sehr leichten Kontakten welche innerhalb der Serie üblich sind (Bsp.: Tourenwagen mehr Kontakt im Vergleich zu Formel-Fahrzeugen). Ghostcontacts werden grundsätzlich nicht bestraft sofern erkennbar ist, dass es sich um einen Berechnungsfehler der Simulation handelt (es kommt ohne sichtbaren Kontakt zur Kollision). Ist jedoch klar erkennbar, dass ein Fahrer einen Unfall verursacht, kann er trotz Ghostcontact zur Verantwortung gezogen werden.

Wiederholungstäter
Ein Fahrer, der das gleiche Vergehen innerhalb einer Saison schon begangen hat, ist höher zu bestrafen als ein Ersttäter.

Folgen
Je größer der Einfluss des Vergehens auf den Rennverlauf ist, umso höher ist die Strafe anzusetzen. Umgekehrt gilt natürlich das Gleiche.

§6 Aufgaben der Rennkommission

Die Rennleitung entscheidet vor Saisonbeginn darüber ob für eine Serie eine Rennkommission eingesetzt wird oder nicht.

§6.1 Zusammensetzung
Die Rennkommission (REKO) setzt sich aus mindestens 2 Mitgliedern und dem Leiter der REKO zusammen. Die REKO darf nach den Vorgaben der Rennleitung entsprechend vergrößert werden.

§6.2 Pflichten der REKO
Die Mitglieder der REKO verpflichten sich Vergehen entsprechend des Strafenkatalogs (§5.3) zu bewerten. Bei strafwürdigen Vergehen, die nicht vom Strafenkatalog abgedeckt sind, kann die REKO frei entscheiden, jedoch ist zu beachten, dass die Strafen angemessen sind und im Einklang mit dem Strafenkatalog stehen. Sollte die REKO vom gegebenen Strafenkatalog abweichen, so hat dies einstimmig und mit Begründung zu geschehen.

§6.3 Entscheidungsfindung
REKO Es sind mindestens 3 Bewertung als Grundlage für einen REKO Bericht nötig. Im Notfall reichen auch 2 Bewertungen, wenn diese in Begründung und Höhe der Strafe ähnlich sind. Ähnlich bedeutet hier, dass beide REKO Mitglieder den gleichen Verursacher eines Vergehens feststellen und die Höhe der Strafpunkte um maximal 20% voneinander abweicht. Der Leiter der REKO (bzw. Stellvertreter) verfasst den REKO Bericht. Bei der Findung der Strafpunkte wird der gerundete Mittelwert herangezogen. Es obliegt dem REKO Leiter Beurteilungen aus der Wertung zu nehmen, die nicht entsprechend des Strafenkatalogs vergeben wurden, oder abweichend von bisherigen Entscheidungen sind, um die Einheitlichkeit zu wahren.

§6.4 Sichtungsbereiche
- Startphase: Die REKO sichtet die Startphase entsprechend der Vorgaben der Rennleitung. Die Vorgabe für den Sichtungsbereich ist im jeweiligen Ankündigungsthread zu einem Rennen zu finden. Die Sichtungsphase kann in begründeten Fällen nach Ermessen der REKO - aber höchstens um eine ganze Runde - erweitert werden.

- Zufallssichtung: Nach Ermessen der REKO kann ein komplettes Rennen eines Fahrers gesichtet werden. Der Fahrer wird per Zufallsgenerator ausgewählt. Es dürfen alle Vorfälle, die im Rahmen dieser Sichtung bemerkt wurden, beurteilt werden. Sollte ein Fahrer in mehreren aufeinander folgenden Rennen strafwürdige Vergehen begangen haben, so kann die REKO von der Zufallssichtung absehen und diesen Fahrer auswählen.

- Proteste: Die REKO wird außerhalb der genannten Sichtungsbereiche nur aufgrund von Protesten tätig. Diese haben fristgerecht (frühstens am Tag nach dem Rennen ab 08:00 bis 40 Stunden danach) und ausreichend begründet (entsprechend Regelwerk) einzugehen. Die REKO muss alle Vorfälle, die im Rahmen dieser Sichtung bemerkt worden, beurteilen.

- Sonstiges: Sämtliche Vorfälle, die der REKO auf eine beliebige Art bekannt werden, können unabhängig von Startsichtung und Protesten zusätzlich bewertet werden. Dazu zählen z.B. Beschwerden in Foren, Aussagen in Interviews, Ausschnitte aus dem Stream. Eine gezielte Suche nach Vorfällen bestimmter Fahrer abseits der Zufallssichtung ist nur bei begründetem Verdacht auf Vergehen (z.B. Wiederholungstäter, bessere Einschätzung der Gesamtsituation, usw.) zulässig.

§6.5 Rechtsmittel
Es gibt kein Rechtsmittel gegen Entscheidungen der REKO. Die Berichte der REKO sind vom Fahrerlager anzuerkennen und dienen nicht als Grundlage für Diskussionen im Forum. Jedoch hat jeder Fahrer die Möglichkeit die Bewertungen und Begründungen der verschiedenen REKO Mitglieder zu verlangen. Die Bewertungen der REKO Mitglieder werden in diesem Fall anonymisiert zur Verfügung gestellt. Die Kontaktaufnahme erfolgt per PN an den REKO Leiter. Die REKO kann den Bericht auch nach Veröffentlichung - bis zum nachfolgenden Rennen - abändern.

§7 Cardesign

Das Cardesign (Skin) soll sich an der im Motorsport üblichen Gestaltung von Rennwagen orientieren. Anstößige Cardesigns werden generell nicht zugelassen. Das Cardesign ist rechtzeitig vor Teilnahme am ersten Rennen im Portal hochzuladen (wenn von der Serie vorgegeben). Mit dem Hochladen des Carfiles sichert der Fahrer der VR zu, dass er die Rechte an sämtlichen verwendeten Logos besitzt bzw. die Erlaubnis zu deren Nutzung. Der Einreicher eines Designs verzichtet bei Einreichung auf jedwede Rechte am Design zugunsten der Virtual Racing e.V. Nähere Informationen werden im serienspezifischen Reglement festgelegt.

§8 Gültigkeit

Die in diesem allgemeinen Reglement befindlichen Regeln gelten grundsätzlich für alle Serien- und Einzelevents im Rahmen der VR, sofern nicht in serienspezifischen Reglements Abweichungen vom allgemeinen Reglement vorgesehen sind, oder für individuelle Events Sonderregelungen durch Gridmail bekannt gegeben werden. Sind in serien- oder eventspezifischen Reglements Abweichungen vom allgemeinen Reglement, bzw. in Gridmails Abweichungen vom serienspezifischen Reglement vorgesehen, so sind diese Stellen besonders kenntlich hervorzuheben.

SERVER

0/40
virtualracing.org #1 GTM
TrainingVRGTM_RaceRfactor Monza 2014
0/40
virtualracing.org #2 GP3
TrainingRed Bull Ring
0/40
virtualracing.org #3 HisT
TrainingSilverstone GP [1975]
1/40
virtualracing.org #4 ENDU
TrainingLe Mans Circuit de la Sarthe
0/60
virtualracing.org #5 FNS
TrainingNordschleife2
0/24
virtualracing.org#4 GTC Training Standard
TrainingRed Bull Ring Spielberg - Grand Prix
0/30
virtualracing.org#5 GTC Training A
TrainingRed Bull Ring Spielberg - Grand Prix
1/31
virtualracing.org#6 GTC Training B
TrainingRed Bull Ring Spielberg - Grand Prix
0/30
virtualracing.org#7 GTC Training C
TrainingRed Bull Ring Spielberg - Grand Prix
0/30
virtualracing.org#8 PWC Training
TrainingAutodromo Enzo e Dino Ferrari - GP
1/31
virtualracing.org#9 PWC VIP Training
TrainingAutodromo Enzo e Dino Ferrari - GP
0/22
virtualracing.org#11 FAC Training Lauf 9
TrainingSilverstone Circuit - International
0/69
virtualracing.org#12 VRLN Training
TrainingNordschleife - VLN
1/24
virtualracing.org#13 PLM II by raceunion Vorbereitung
TrainingCircuit Paul Ricard - Solution 1C-V2
0/30
virtualracing.org#15 VR24H PreTest
TrainingCircuit des 24 Heures du Mans - Circuit de la Sarthe
0/108
virtualracing.org#17 VRLN Lauf 3 Qualifikation
TrainingNordschleife - VLN Qualifikation
0/12
virtualracing.org#22 GTC BOP TEST
TrainingNürburgring - Grand Prix
0/32
virtualracing.org #1
Circuit de Spa-Francorchamps - Grand Prix
0/32
virtualracing.org #2
Sonoma Raceway - WTCC
0/36
Virtualracing.org #3
Suzuka Circuit - Grand Prix