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VRTCC VIII Curitiba

 

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BLITZLICHT: Gil Ritter

21. July 2010

RACE Allgemein

 

Der Name Gil Ritter steht in der VR für goldene Hände. Alles, was der 40-jährige bisher in der VR anfasste, wurde zum Erfolg. Die VRTCC ist immernoch die erfolgreichste Serie, die die VR je hatte und ein Ende ist nicht abzusehen. Gil Ritter - erst Admin, dann Bereichsleiter, nun auch Vorstandsmitglied im Virtual Racing e.V.. Der Mann des Jahres 2008 steht Rede und Antwort.

Bereits vor zwei Saisons wurde so langsam der Abgesang auf die VRTCC gemacht, doch was folgte, waren die zwei spannendsten Saisons in der über dreijährigen Geschichte dieser Serie. Auch diese Saison rechnete man mit einem massiven Einbruch, aber im VR-Forum tauchen immer mehr Rookies auf, mit dem Ziel, die VRTCC zu fahren. Ist die VRTCC jemals tot zu kriegen?

Tja, ich weiß ja auch nicht. Ich habe ja zugegebenermaßen selber schon das ein oder andere Mal gedacht, dass das wohl jetzt die letzte Saison wird, aber wenn ich jetzt in die Liste der Anmeldungen schaue, sind da allein schon so viele neue Namen bei, dass die allein ein Grid mit 25 Fahrern füllen würden. Zudem freue ich mich, dass wir auch ein paar alte Bekannte wieder sehen werden. Wahrscheinlich wird der Kreis erst geschlossen, wenn René Hiddel noch mal wieder kommt und endlich seinen dritten Titel holt.

Man kann die VRTCC sicherlich als die erfolgreichste aller aktuellen VR-Rennserien bezeichnen und auch rückblickend auf die Historie der VRreiht sie sich nahtlos in die Reihe der großen Meisterschaften, wie die 2004er DOM-NASCAR oder den GTR-Porschecup, ein. Was ist Deiner Ansicht nach das Erfolgsrezept?

Ich weiß nicht, ob sich das einfach zusammenfassen lässt. Am Anfang war das einfache out-of-the-box 2 Sprintrennen System der WTCC, das Race mitbrachte und das viele Fahrer ansprach. Die Autos mit der wenigen Leistung sind sehr robust und produzieren von Hause aus schon ziemlich enge Rennen. Dann habe ich mir am Anfang halt auch ein paar Dinge von den von Dir aufgeführten Serien abgeschaut. Und dann sind es halt eine Vielzahl von Sachen wie z.B. viel Aktivität (Plakate, Forenthreads etc.), die Teamwertung, das VRTCC Auf- und Abstiegssystem, wofür man genug Fahrer braucht, das aber Leistungsdichte garantiert, die Rekoarbeit, der Sponsor und der gute Stream. Beim Sponsor glaube ich allerdings, dass das für die Fahrer nicht so wichtig war. Wichtiger war, dass unsere Partner den Stream finanziert haben und wir ein gutes TV Team hatten.

Du genießt sowohl in Fahrer-, als auch in Adminschaft ein enorm hohes Ansehen, bist mittlerweile sogar Mitglied des Vorstands des VR e.V.. Ist das eher Belohnung für all die ehrenamtlichen Arbeitsstunden oder setzt es auch in gewissem Maße unter Druck, weil es dem "Erfolgsadmin" gegenüber eine große Erwartungshaltung gibt?

Arbeit im Vorstand als Belohnung?! Da muss ich lachen. So hat man mir nicht mal seitens des Vorstands diesen Job schmackhaft gemacht. Die Geschichte ist eigentlich ganz einfach. Im Vorstand ist eine Position frei geworden und musste neu besetzt werden. Da ich mich der VR sehr verbunden fühle, ich gehe hier seit 2004 meinem Hobby nach, war das letztendlich gar keine so schwere Entscheidung, dem Ruf zu folgen. Druck von außen spüre ich eher wenig. Das ist mehr mein eigener Anspruch. Ich habe das früher schon mal gesagt und das passt auch gut zu der vorherigen Frage. Die Ligaadministration geht mir deswegen so gut von der Hand, weil ich genau die Liga gestalte, in der ich auch selber fahre. Es ist quasi Selbstzweck. Im Vorstand ist das jetzt halt etwas abstrakter, aber letztendlich gestalte ich auch hier das Umfeld, in dem ich meinem Hobby nachgehe.

Man sagt "Stillstand ist Rückschritt" und doch scheinst Du auch für die 8. Saison der VRTCC nichts von Deinem Elan verloren zu haben. Keine Amtsmüdigkeit oder Ergeiz, etwas Neues anzufassen?

Solange ich den Spaß am Fahren nicht verliere, sehe ich das nicht so problematisch. Zudem ist die Arbeit an der VRTCC inzwischen auch nicht mehr so aufwendig, da man bei vielen Dingen auf bewährtes bzw. bereits gemachtes zurückgreifen kann. Zudem hatte ich in letzter Zeit mit Uwe Schlott einen perfekten Co-Admin, der mir viele Dinge abnahm. Und natürlich reizen mich auch neue Dinge und ich mache ja auch ab und zu etwas anders als VRTCC wie z.B. die VR 500 im Mai.

Das Internet ist kurzlebig und die Tendenz zu immer mehr immer kleineren Ligenanbietern ist ungebrochen. Darum die Frage: wo siehst Du die VR in 2 Jahren und welche Rolle wird Gil Ritter in ihr spielen?

Ich denke, wir haben dann die Weltherrschaft errungen. Nee, mal im Ernst, es ist schon eine Phase, wo man genau schauen muss. Es sind doch ein paar der alten VR Sims in Rente gegangen, einige andere stagnieren und es gibt von den klassischen Sims im Sinne der VR eigentlich nur noch 2 Hoffnungsträger, rFactor 2 und GTR 3. iRacing ist natürlich derzeit das innovativste Produkt aber das Geschäftsmodell passt nicht so recht zu uns. Hier müssen wir sehen, dass wir unsere Weg finden und den iRacing Fahrern vermitteln, wo der Mehrwert liegt, auch bei uns iRacing Rennen zu fahren, und den gibt es – ohne jede Frage. Mich persönlich sehe ich wahrscheinlich beim Planen und Administrieren einer GTR3 VR Serie. Ich iRace zwar auch, aber ich bin immer noch Betatester bei den Schweden und fühle mich ihnen verbunden. Ich setze viele Hoffnungen in ihr neues Produkt.

Abschließend ein paar Assoziationen in Bezug auf die VRTCC

Na dann schieß mal los!

Kommerzialisierung...

Wird uns gerne unterstellt, hat es in der VRTCC aber eigentlich nie gegeben. Wir hatten durch das Engagement eines Fahrers das Glück, einen guten Sponsor zu haben. Der hat aber nie spezielle Forderungen gestellt und wir mussten uns nie verbiegen. Ich habe immer das gemacht was ich auch wollte. Und wenn am Saisonende ein paar Einkaufsgutscheine verlost werden, ist das beim besten Willen keine Kommerzialisierung.

Erfolg...

Die Serie selber ist erfolgreich und damit letztendlich sind es auch mein Admin-Team und ich. Sportlich werde ich nie zu den großen gehören. Dazu fehlt mir Talent und am Ende auch die Zeit zum Trainieren. Dennoch würde ich meine letzte Saison als Erfolg verbuchen. Ich habe mich die ganze zweite Hälfte der Saison in Grid 1 gehalten und bin 16. der Gesamtwertung geworden.

Aliens...

Tja, letztendlich nur ein Synonym für Talent. Klar kann man auch viel trainieren, aber die Hiddels, Hackmanns und Hähnels haben einfach von Hause aus einen gewissen Vorsprung und bei René kann ich die Hand dafür ins Feuer legen, dass er keine kleine Antenne hat, zumindest nicht auf dem Kopf.

Gil Ritter...

Kann sich wirklich kurz fassen, macht es nur nie. Bleibt der VR erhalten und versucht weiter neben der Tätigkeit als Admin und im Vorstand, ein guter Fahrer zu werden. Und freut sich, da es ja um Assoziationen in Bezug auf die VR:VRTCC ging, schon auf die kommende Saison.