German Nascar League

Nascar...
Windschattenschlachten in Hexenkesseln, millimetergenaues Fahren an der Bande, Ausdauer und Disziplin! Der Stockcar-Pilot am heimischen Bildschirm muss Stärken beweisen, die ihn von jedem anderen Simulationsfahrer unterscheiden. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass ein Stock-Car-Fahrer genau so bestimmte Stärken haben muss, wie jeder andere Sim-Racer, auch wenn es meistens ‚nur' im Kreis geht.

Aber was ist NASCAR überhaupt? Nun, NASCAR ist die Abkürzung für "National Association for Stock Car Auto Racing" und der Ausrichter für Stock Car Rennen in Ovalen. Ist diese Serie in Europa fast völlig unbekannt, mittlerweile aber auch im Sport-Programm von Premire, so ist sie in Amerika die beliebteste Rennserie überhaupt! In vier zur Wahl stehenden Chassis von Strassenkreuzern (Dodge, Ford, Chevrolet und Pontiac (2003)) stecken knapp 800 PS starke V8 Einheitsmotoren, die die 1,7 Tonnen schweren Boliden auf bis zu 320 Km/h Beschleunigen. Diese Schlachtschiffe zu steuern erfordert viel Fingerspitzengefühl und bei 320 km/h muss man Nerven bewahren, denn der kleinste Fehler führt zur Katastrophe. 

In Daytona zum Beispiel muss man sich das in etwa so vorstellen: 41 Fahrer aus ganz Deutschland, Schweiz und Österreich sitzen vor den Bildschirmen in ihrem virtuellen Stock-Car, unter denen auch Du dich befindest! Jeder einzelne Wagen hat seine individuelle Lackierung, die mit viel Liebe zum Detail von einigen Spezialisten gepaintet wurden. Als Zuschauer hätte man jetzt ein prächtiges Bild auf diese imposanten Wagen, aber der ist Dir nicht vergönnt, denn Du hältst dich an deinem realen Lenkrad fest und konzentrierst dich! Man kann die Spannung bei der Startaufstellung förmlich spüren. 21 Startreihen mit jeweils zwei Fahrern nebeneinander. Man hört, wie andere Fahrer nervös mit dem Gas spielen, während Du dich selbst zügeln muss, nicht ständig die Startaufstellung rauf und runter zu scrollen. 

Dann geht es los… in die Einführungsrunde. Noch fahren alle diszipliniert hinter dem Pace Car, die Geschwindigkeit auf 85 Km/h beschränkt. Es geht in Turn One. Eine einzige Runde geht es hinter dem Pace-Car, eine Zeit, die Dir wie eine kleine Ewigkeit vorkommt. Es geht in Turn Two. Du denkst, man kriecht über die Strecke. Du hast viel Zeit in dieser Runde über das bevorstehende Rennen nachzudenken. Sollte ich erst einmal nur im Feld mitschwimmen? Wie weit komme ich noch mal mit einer Tankfüllung? Soll ich vorsichtshalber schon einmal einstellen, beim ersten Boxenstop nur die rechten Reifen zu wechseln? Da kommt Turn Three. Von Deinem Team-Mate wirst Du noch schnell angewhispert, dass ihr zuerst die linke Linie wählen werdet, um zusammen zu arbeiten. Jetzt geht es in Turn Four. Das Pace-Car biegt ein, und dein Spotter macht Dich darauf aufmerksam, das es gleich los geht. Nur noch wenige Sekunden bis zum Start. 

Dann kommt das Kommando: "Green, green, greeen!" Alle 41 Fahrer drücken gleichzeitig das Gas-Pedal durch. Bis so ein 1,7-Tonnen-Koloss in Fahrt kommt, vergeht einige Zeit, aber schon in Turn One hast Du 200 Sachen auf der Nadel. Wie an der Schnur gezogen donnern 41 Fahrzeuge in Two-Wides durch die erste Kurve. Auf der Backstraight schon die ersten Change-Lines. Nervös tänzeln die ersten von links nach rechts und von rechts nach links in die engsten Lücken. Am Ende der Backstraight zeigt die Nadel schon 290 Km/h und der Vordermann ist nur 50 Zentimeter von Dir entfernt, während Dein Hintermann sogar noch näher an Dir dran ist. Genau das gleiche Bild in Turn Three und Four. Wieder gehen zwei Kolonnen nebeneinander in die Kurve und die erste Runde ist nach 55 Sekunden beendet. 

So langsam haben alle die Reisegeschwindigkeit von 320 Km/h erreicht und keine Kolonne kann einen Vorteil erringen. Vom Gas gehen tut kaum einer und die Bremsen sind in Daytona eh nur Dekoration. Mit durchgedrücktem Gaspedal findet man sich auf der Backstraight wieder und nach zwei kleinen Spurwechseln hast Du deinen Partner wie abgesprochen auf der linken Linie gefunden. Während es vorne relativ ruhig zu geht, da die Führenden einfach nur das Gas durch drücken und nebeneinander in die Kurven brettern, werden im Mittelfeld die heftigsten Gefechte geschlagen. Spurwechsel geschehen reihenweise und die kleinsten Lücken werden genutzt, um sich einen Vorteil zu verschaffen. So geht es auch das zweite mal über die Start/Ziellinie, diesmal nach 53 Sekunden. Die Abstände vom ersten zum letzten betragen nicht einmal drei Sekunden und solange man nicht den Windschatten, den Draft verliert, verliert man auch nicht den Anschluss. 

Dein Team-Partner versucht sein Glück nun auf der rechten Seite und hat auch Erfolg damit. Er kann sich einen Wagen weiter vorne wieder auf die linke Spur einsortieren. Mit 320 geht es nun schon in die dritte von 100 Runden, und Du glaubst, es sind schon 30 Runden gewesen. Du hast schon 20 Manöver hinter Dir, von denen jedes einzelne Dein letztes hätte sein können. Das Wort ‚eng' bekommt auf dem Daytona International Speedway eine ganz neue Bedeutung. Die vierte Runde fliegt nach 52 Sekunden vorbei und Du befindest Dich immer noch auf der gleichen Position wie zu Beginn. Daran muss sich jetzt etwas ändern! 

So in etwa sieht NASCAR in der VR aus. 41 Leute, die sich im virtuellen Raum zu einem gemeinsamen Hobby treffen und dann alles geben! 41 Leute von denen sich einige noch nie gesehen haben und sich dennoch schon Jahre kennen. 41 Leute, die ein echtes Rennen fahren und um die Krone kämpfen! Willst Du einer davon sein?

Überblick aller Serien der German Nascar League