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LFS Masters - Heiße Reifen und der letzte Mohikaner

12. February 2011

LFS Masters

Von: Florian Hinz

 

In diesem Sinne startete am Mittwoch den 09. Februar 2011 der zweite Lauf in die 14. LfS Masters Saison. Das 25-köpfige Fahrerfeld führte es auf die „Mutter aller Lfs-Strecken“ – nach Blackwood. Der Kurs in Großbritannien ist eine Belastung für Fahrer und Material. Mit seiner Charakteristik von engen Kurven und Schikanen sowie zwei langen Geraden wird nicht nur die Taktik und Technik entscheiden, sondern auch der Kampf um die beste Startposition. Bereits in der Qualifikation wird sich zeigen, wer seine Hausaufgaben in  Sachen Setup und Training gemacht hat. Ein guter Startplatz ist hier besonders wichtig. Die erste Kurve ist eine Haarnadelkurve mit anschließender Schikane, wo der erste Lack mit der Konkurrenz ausgetauscht werden kann. Ab Startplatz 17 startet man topografisch bedingt bergauf, was die Beschleunigung am Start stark beeinträchtigt. Im Rennen selbst wird der Windschatten auf der langen Gegengerade  den Unterschied in den Platzierungen ausmachen. Fast überall auf dem Kurs kann ein Überholmanöver angesetzt werden. Doch auf eines sollte jeder achten! Die Reifen können bei aggressiver Fahrweise schneller heiß werden, als manch einer das Wort „Überholmanöver“ überhaupt aussprechen kann.  Ein ausgewogenes Setup ist also eine Grundbedingung, um im Rennen vorne dabei zu bleiben.

choose your weapon

Jetzt galt es nur noch die richtige Fahrzeugwahl zu treffen. Auf dem Plan standen die TBO´s. Es musste sich jeder zwischen Allrad-, Front- oder Heckantrieb entscheiden. Ein kurzer Blick auf den Zeitenmonitor genügte um festzustellen, dass der frontangetriebene FXO mit seinen 234 Turbo-PS die schnellste Wahl ist. So entschieden sich alle für dieses Fahrzeug. Alle? Nein, einer nicht. Peter Suschlik (!ce) vertraute auf seine Fahrkünste und den Heckgetrieben XRT. Jetzt gab es dazu zwei Erklärungen. Seine: „Ich will nur in den News erwähnt werden“ und unsere. Nachdem Suschlik das erste Event gewonnen hatte und auch hier favorisiert war, wollte er mit einem nicht ganz so guten Ergebnis Zusatzgewichte abbauen, um beim darauf folgenden Event einen Vorteil zu haben. Ein cleverer Schachzug?

Zingler dominiert Quali

Mit einer Traumrunde und den höchsten Zusatzgewichten im FXO-Gepäck flog Stephan Zingler (BST) in der 15-minütigen Qualifikation um den Kurs und sicherte sich die Pole vor Florian Kirchhofer (SC), Michael Scherer und Patric Höhn (Yurt). Da die Qualifikation mit Rennsetup und Rennbetankung gefahren werden musste, gab es in der Boxengasse viel zu tun. Die meisten Fahrer kamen während der Quali zum Reifenwechsel in die Box um mit frischen Pneus die letzten Zehntel aus dem Fahrzeug zu kitzeln. Wie wichtig dies war, belegen die schnellsten Rennrunden der Fahrer. So lagen zwischen den 2. Schnellsten und den 24. weniger als 1,3 Sekunden!

 

Die Neuen kommen

Freuen durften wir uns auch über Zuwachs in den Masters. So gaben Christian Spensberger (WRT), Steffen Schmelzer (BST) und Christian Johanns (JS) ihr Debüt und schlugen sich achtbar. Eventplatz 15 für Johanns, 16 für Spensberger und 20 für Schmelzer sind eine gute Leistung.

Im 20-minütigen Sprintrennen über 14 Runden  ging es gleich zu Beginn munter los.  Ein Überholmanöver nach dem anderen ließen auf ein spannendes Rennen hoffen. Vor allem im hinteren Teil des Feldes ging es heiß her. Der kleinste Fehler wurde bestraft. So kämpften sich im Sprint Spensberger und Manfred Wurm jeweils 5 Positionen nach vorn. An der Spitze setzte Zingler seine Pace aus der Quali sofort wieder um, und setzte sich von seinen Verfolgern  Kirchhofer, Scherer und Höhn ab. Dahinter kämpfte sich Emre Yilmaz(NOX) von P8 auf 5 vor. An der Spitze selber gab es nur wenig Veränderungen. So holte sich Zingler einen ungefährdeten Start/Ziel Sieg vor Kirchhofer und Scherer, der seinen 3. Platz in der letzten Runde erst gegen Partic Höhn (Yurt) verloren hatte, dann jedoch im direkten Konter wieder zurück holen konnte.

Einmal umdrehen bitte

Die ersten acht Fahrer starteten nun in umgekehrter Reihenfolge ins Main-Rennen. Dies bedeutete das Florian Hinz (BST) vor Torsten Holzhey (BST), Ronald Großmann (NOX) und Emre Yilmaz (NOX) das Feld anführen sollten. Auch hier lief der Start fast reibungslos. In der engen Schikane kamen sich Höhn und Scherer etwas in die Quere. Weiter vorn im Feld kam es nach einen Fahrfehler von Hinz zum Platztausch. Großmann führte nun das Feld vor Yilmaz und Hinz an. In der Folge entwickelte sich eine interessante Konstellation an der Spitze. Die 3 führenden fuhren konstante Rundenzeiten und setzten sich vom Feld ab. Da sowohl Großmann, Yilmaz und Hinz jedoch Siegambitionen hatten, kam es in der Folge zu engen aber stets fairen Zwei- und Dreikämpfen. Diese hatten zwar den ein oder anderen Platztausch zur Folge, aber weit problematischer war, dass dadurch der Vorsprung schmolz. Aus dem Dreikampf entwickelte sich binnen weniger Runden ein Vierkampf mit Björn Reichert (3R). Allerdings wurde dieser in der Folge in einen Zwischenfall mit Holzhey und Scherer verwickelt. Eine Aktion die viel Zündstoff ausgelöst hat. An der Spitze wurde sich weiterhin nichts geschenkt. Aber auch im hinteren Teil des Feldes kam es zu tollen Manövern. Den größten Sprung um 5 Positionen machte Dietmar Topka (3R) auf Platz 8. Den Sieg in diesem Rennen holte sich letztendlich Großmann vor Yilmaz und Hinz.

Eventsieger Zingler  

Dank Platz 4 im Main holte sich Stephan Zingler an diesem Abend den Eventsieg vor Kirchhofer. Dahinter wurde es enger. Ein Pünktchen fehlten Yilmaz und zwei Großmann auf den Platz von Kirchhofer. Die Schicksalsgemeinschaft 10 um Hinz/Holzhey holte sich den Teamsieg vor der SG 13 um Scherer/Suschlik und SG 8 um Freitag/Kirschhofer.

Das Gesamtklassement führt nun Stephan Zingler vor Florian Kirchhofer und Emre Yilmaz an. Bei den Schicksalsgemeinschaften führen SG13 Scherer/Suschlik vor SG 8 Freitag/Kirchhofer und SG 7 Reitberger/Yilmaz.

Auf nach Westhill

Der nächste Lauf zur Masters-Saison findet am 23. Februar in Westhill statt. Diesmal kommen ein paar Pferdestärken mehr dazu. Für unsere Langstreckenfreunde ist alles angerichtet. 90 Minuten höchste Konzentration, dazu 490 PS im Zaum halten… Also seit gespannt auf Westhill mit den GTR´s.