Sonderevent

Rückspiegel: Dezember-Ausgabe #98

 

Kommende Events

08.01.2009

CM Brünn GTC 76

Grand Prix Legends

Grand Prix Legends. Ein Name, bei dem Anhängern realistischer Rennsimulationen der Gasfuß zuckt. Vom legendären Papyrus-Entwicklerteam 1998 veröffentlicht setzte es damals Maßstäbe in Fahrphysik und Multiplayer. Und auch heute noch, fast 6 Jahre nach dem Release, merkt man GPL das Alter kaum an - ausser von den späteren Nascar-Simulationen von Papyrus selbst, die auf der GPL Engine basieren, ist es noch unübertroffen.

Simuliert wird die Formel 1 Saison 1967, als Rennreifen noch Profil hatten und Flügel unbekannt waren. Enthalten sind die 7 originalgetreu modellierten Rennwagen, von Lotus über Ferrari bis BRM, die von Clark, Hill, Stewart, Brabham und Gurney bewegt wurden, und 11 Rennstrecken, von Monaco über Silverstone bis zur Nordschleife; den schönsten 23km Asphalt der Welt. Bis zu 20 Fahrer können über Internet oder LAN gegeneinander antreten, schon ein 28er Modem reicht aus um teilzunehmen. Durch einige von Papyrus nachgereichte Patches, die z.B. die im Original Voodoo-optimierte Grafikengine auch über DirectX und OpenGL laufen lassen ist GPL auch auf modernen Rechnern problemlos spielbar.

Eine sehr aktive Fangemeinde tat dabei ihr möglichstes, um GPL immer weiter zu verbessern. Zum einen wurde eine große Zahl an zusätzlichen Rennstrecken gebaut, die in Gestaltung und Grafik sich auch vor Strecken aus moderneren Spielen nicht verstecken müssen. Dabei stehen legen legendäre Strecken vergangener Zeiten wie Clermont Ferrand, Solitude oder Bremgarten, frühere Versionen heutiger Pisten wie von Brands Hatch, Sachsenring oder Laguna Seca und auch Kurse, die wie beispielsweise der Leipziger Stadtparkring heute nur noch absoluten Insidern der Renngeschichte bekannt sind zum Download bereit. Natürlich gibt es auch Verbesserungen für die Originalstrecken wie hochauflösende, realistischere Texturen. Die größten Verbesserungen an Original wurden aber an den Fahrzeugen realisiert. Die von der GPLEA, einer Gruppe der besten Modder der GPL Szene, gebauten Rennwagenmodels stellen an Detailtreue so ziemlich alles andere in den Schatten.

Was keiner Verbesserung bedurfte war das Physikmodell. Natürlich könnte man mit den schnelleren Rechnern heutzutage noch mehr Aspekte berücksichtigen, wie es auch z.B. in Nascar 2003 geschah, aber dennoch ist das Fahrgefühl von GPL auch heute noch einzigartig. Es soll nicht verschweigen werden, dass der Einstieg in GPL sehr schwer ist. Wohl auch ein Grund, dass es kein kommerzieller Hit wurde und kein Nachfolger erschien. Aber für diejenigen, welche die Geduld hatten GPL zu lernen, ist diese Schwierigkeit auch ein Aspekt der Langzeitmotivation. Selbst erfahrene Fahrer, die seit vielen Jahren sehr aktiv sind, können immer noch Zehntelsekunden von den persönlichen Bestzeiten abfeilen. GPL verschenkt keinen Erfolg an die Fahrer, mann muss ihn sich erarbeiten, umso schöner ist dann das Gefühl nach einem Sieg oder auch nach einer besonders gelungenen Runde.

Dies ist wohl auch der Grund für die Entwicklung einer so stabilen Fangemeinde im allgemeinen und für den Charakter der GPL Online-Ligen im speziellen. Es gibt weniger Hitzköpfe sondern mehr geduldige Piloten. Natürlich kommt es trotzdem zu Unfällen, aber auch da ist es durchaus üblich, dass der Verursacher auf das Opfer wartet um ihn wieder vorbeizulassen. Ein Cheaterproblem ist beinahe unbekannt. Der Begriff des Gentleman-Racing, der zu den Fahrern der 60er Jahre passte, trifft auch in großen Teilen auf diejenigen zu, die ihnen Nacheifern, trotz aller Ambitionen mit denen einige das virtuelle Rennfahren betreiben.

PS: Vor kurzem erschien der erste komplette Mod für GPL. Dieser simuliert die F1 Saison von 1965. Die damals geltenden Regeln, halber Hubraum und Leistung im Vergleich zu 1967, wurden physikalisch korrekt umgesetzt, und auch grafisch wurden die Autos in realistischer Weise nachgebildet. Eine Eigenschaft dieses Mods ist, dass sich die Wagen aufgrund der geringeren Leistung einfacher beherrschen lassen. Wer also an GPL interessiert war, aber mit den originalen Wagen nicht zurecktkam, könnte vielleicht über diesen Mod den Einstieg in GPL finden.

GPL in der VR

Für Fans von Grand Prix Legends bietet die VR ein reichhaltiges Angebot.

So laufen täglich Server für spannende Trainingsrennen. Für Neulinge gibt es den Rookie-Cup, in dem sich noch unerfahrene Fahrer an das Renngeschehen herantasten, und beispielsweise in Trainings Tips von erfahreren Piloten einholen können.

Für alle die sich auf der Rennstrecke zu Hause fühlen existiert der GPL Langstreckenpokal (GPLLP). Die alle 14 Tage stattfindenden Rennen stehen, mit freier Fahrzeugwahl, allen VRlern offen. Man kann ganz nach Wunsch nur an einzelnen Rennen teilnehmen, oder aber als regelmäßiger Starter um den Gesamtsieg einer GPLLP-Trophy mitkämpfen. Letzere besteht aus drei Rennen mit einer Stunde Renndauer, sowie einer vollen GP-Distanz als Abschluss. Im GPLLP sind dabei Fahrzeug-Resets nach Beschädigungen oder zum auftanken erlaubt, so dass ein Unfall noch nicht zum Rennende führen muss. Damit ist der Langstreckenpokal ideal für alle die faire, aber lockere Rennen suchen.

Den Kern des GPL-Angebots und auch den Ursprung dessen was heute VR ist, bildet die German GPL Championship (GGPLC). In dieser Liga, bestehend aus 4 Cups die zu verschiedenen Zeiten starten um möglichst allen eine Teilnahmechance zu bieten, melden sich die Fahrer für eine komplette Saison an. Dann werden sie den sieben verschiedenen Wagen so zugeteilt, dass die besten Piloten in den langsamsten Wagen sitzen und umgekehrt. Durch dieses Handicap sind ausgeglichene Startfelder und eine enger Kampf um den Gesamtsieg in den einzelnen Cups garantiert. Ausserdem gehören alle Fahrer die einem Chassis zugeteilt wurden zu einem Team, da auch eine cupübergreifende Teammeisterschaft ausgetragen wird, die den Zusammenhalt der Fahrer verstärkt. Im Unterschied zum GPLLP sind die Rennen etwas kürzer, werden allerdings im Pro-Modus ausgetragen, bei dem eine realistische Schadensempfindlichkeit besteht und Fahrzeug-Reset nicht möglich ist. Da schon ein kleiner Unfall das Rennen beenden kann, ist Fairness das oberste Gebot.

Wem dass noch nicht genug ist, der findet bei der VR noch etwas besonderes: die Deutsche Online Meisterschaft (DOM). Eine Saison besteht zwar nur aus sieben Rennen, so dass jeder Fahrer jedes Chassis in GPL einmal fährt, dafür werden diese im höchsten Schwierigkeitsgrad ausgetragen der in GPL möglich ist. Zunächst werden Vorläufe im GGPLC-Modus ausgetragen, und die besten Fahrer aus diesen bestreiten dann eine volle Grand Prix Distanz im Pro-Modus. Zwei bis zweieinhalb Stunden in Monaco oder auf der Nordschleife sind Erfahrungen die man als ambitionierter virtueller Rennfahrer einfach machen muss.

In unregelmäßigen Abständen finden auch noch andere Rennen statt um das Angebot abzurunden. Dazu gehören Markenpokale, bei denen alle im gleichen Wagen antreten, ebenso wie Langstreckenrennen. So gab es zum Beispiel die "12 Stunden von Spa" bei denen Fahrer in 3-Mann Teams 6 GPs in Folge, je 2 pro Fahrer, absolvierten.
Der Virtual Racing e.V. bietet also für jeden GPL-Fahrer, egal ob Anfänger, Hobbyfahrer oder virtueller Rennprofi das passende Rennen.